Teil 2: Was ist eine analoge- bzw. eine ISDN-Telefonanlage?

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Umstellung auf VoIP

Mochte man seinen ISDN-Anschluss nun auf einen All-IP-Anschluss umrüsten, dann fallen viele der für ISDN benötigten Geräte weg.

Zwar lassen sich ISDN-Anlagen im Allgemeinen mittels Router mit S0-Bus oder via ISDN-Adapter weiter betreiben, jedoch sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass nach der ISDN-Abschaltung viele Funktionen der ISDN-Technik wegfallen und Sie zudem nur eingeschränkt von den Vorteilen des Next Generation Networks (NGN) profitieren.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Telefonanlage VoIP-fähig ist und Ihre Internetleitung über genügend Bandbreite (100kBit im up- und download) verfügt, damit eine gute Sprachqualität gewährleistet werden kann.

Welche Änderungen gibt es zwischen analoger, ISDN- und VoIP-Telefonie?

Analoge Telefonie

Beim analogen Telefonanschluss wird dem Nutzer im Gegensatz zu einem ISDN-Anschluss lediglich eine Rufnummer zugewiesen, die er bei einem Provider-Wechsel zu einem beliebigen Anbieter mitnehmen kann. Sprachinformationen und Daten werden bei diesem Anschluss in analoger Form übertragen. Für die Nutzung eines analogen Telefonanschlusses ist eine TAE-Dose notwendig, an die an beliebiges Telefongerät z.B. ein schnurloses DECT-Telefon mit einem TAE-F Anschlusskabel oder ein schnurgebundenes Telefon und bis zu 2 weitere Endgeräte wie ein Faxgerät, ein Modem oder ein externer Anrufbeantworter über ein TAE-N Anschlusskabel angebunden werden können.

ISDN-Telefonie

Bei ISDN-Telefonanschlüssen (ISDN = Integrated Services Digital Network) werden dem Endkunden bis zu zwei Sprachkanäle zur Verfugung gestellt. Dadurch ist es dem Nutzer möglich, zwei Gespräche gleichzeitig fuhren. Im Gegensatz zum analogen Telefonanschluss werden die Sprachinformationen und Daten bei einem ISDN-Anschluss vollständig digital übertragen. Für die ISDN-Telefonie ist ein Netzanschlussgerät (kurz: NTBA) notwendig, das dem Endkunden vom Netzbetreiber zur Verfugung gestellt wird. Bei der ISDN-Telefonie gibt es im Gegensatz zur IP-Telefonie eine sehr aufwendige Verkabelung.

So ist die TAE-Telefondose mit dem DSL-Splitter verbunden, welcher wiederum an den ISDN NTBA angeschlossen ist. Vom ISDN-NTBA fuhrt ein RJ 45 Stecker zur ISDN-Telefonanlage. Der Internetzugang bzw. das DSL-Signal kommt beim ISDN-Anschluss aus dem DSL-Splitter. Vom DSL-Splitter fuhrt ein Kabel zu einer TK-Anlage oder zu einem anderen Modem-Routergerät. 

VoIP-Telefonie

Anders als bei analogen oder ISDN-Anschlüssen sind IP-Anschlüsse an das Breitband gekoppelt. Bei VoIP (kurz für Voice over IP) werden Telefongespräche also nicht mehr langer über Telefonanschlüsse geführt, sondern über das Internet. 

Hierbei wird die Sprache zunächst in kleine Datenpakete umgewandelt und über das IP-Netzwerk an den Empfänger gesendet. Dort angekommen, werden die Daten wieder als Sprachinformation zusammengesetzt.

Für den Verbindungsauf- und abbau kommt das Session Initiation Protocol (SIP) zum Einsatz. Die IP-Telefonie gilt als zukunftsweisende Technik, da durch sie neue Funktionen wie beispielsweise Videokonferenzen und Unified Communications realisiert werden können. Zudem ermöglicht die VoIP-Technik dank HD-Übertragung eine hervorragende Sprachqualität. Einer der wichtigsten Vorteile sind zudem die Kostenvorteile bei VoIP, die durch günstigere Verbindungsentgelte realisiert werden können.

Umstellung von ISDN auf VoIP-Telefonie - Was muss ich tun?

Möchte man seinen ISDN-Anschluss nun auf einen All-IP-Anschluss umrüsten, dann fallen viele der für ISDN benötigten Geräte weg.

Im Folgenden wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie die Umstellung von ISDN auf die Internet-Telefonie in nur wenigen Schritten selbst vornehmen können:

  1. Eine Verbindung zum oder vom NTBA und ein DSL-Splitter wird nicht länger benötigt, denn bei der IP-Telefonie wird das Signal nicht in Telefonie und IP gesplittet. Hierfür ist der IP-fähige Router nun zuständig. Das bedeutet, dass Sie sowohl den NTBA als auch den Splitter entfernen können. 
  2. Auch das Kabel von der Telefondose zum DSL-Splitter ist bei einem IP-Anschluss überflüssig und kann ebenfalls entfernt werden. 
  3. Verbinden Sie nun die mittlere Buchse an der TAE-Telefondose mit Ihrem IP-fähigen Endgerät (Modem-Routergerät), das gleichzeitig Telefonie unterstützt. Den Router verbinden Sie mit einem RJ 45 Stecker mit der TAE-Dose. Da der Stecker jedoch nicht in die TAE-Dose passt, wird ein Adapter, ein TAE-Telefonstecker verwendet. Beim Kauf des Adapters sollten Sie darauf achten, dass die Pins vier und fünf belegt sind. Die TAE-Dose ist über den Adapter nun mit der TK-Anlage oder einem anderen Modem-Routergerät verbunden.
  4. Schließen Sie Ihre Telefongeräte an die zugehörigen Schnittstellen des Routers an. Nach der Umstellung auf einen IP-Anschluss werden nur noch der Router, die TAE-Buchse, Telefonendgeräte und eine stabile Internetverbindung benötigt.
Wie Analoge-Telefone am IP-Anschluss weiter genutzt werden können!

Welche Möglichkeiten gibt es, Analoge-Telefone am IP-Anschluss weiterzunutzen?

  1. Vor der All-IP Umstellung müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Sie Ihre bisher verwendete Hardware gerne weiter nutzen oder sich neue IP-Endgeräte anschaffen möchten, um Ihre Technik komplett auf die IP-Technik umzurüsten. Eine andere Möglichkeit wäre, komplett auf eine lokale Telefonanlage zu verzichten und stattdessen auf eine Cloud-Telefonanlage zu setzen. 
  2. Analoge Telefongeräte können Sie weiter nutzen das ist dann mit einem VoIP-Adapter möglich. Der Adapter bietet eine oder mehrere der erforderlichen Telefonbuchsen (meist RJ-11) und wird via Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. 

 

Wie Sie Ihre ISDN-Telefonanlage am IP Anschluss mit SIP-Trunking weiter nutzen können!

Mit einem SIP-TK-Anlagenanschluss lassen sich klassische Telefonanlagen über eine Internetanbindung ans Telefonnetz anbinden. So können Sie Ihre bestehende Telefonanlage behalten und trotzdem von vielen Vorteilen der Internettelefonie profitieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Telefonanlage VoIP-fähig ist und Ihre Internetleitung über genügend Bandbreite verfugt, damit eine gute Sprachqualität gewährleistet werden kann. Sollte Ihre Telefonanlage nicht SIP-fähig sein, ist ein Media Gateway für die Anbindung ans All-IP-Netz erforderlich.

Der SIP TK-Anlagenanschluss ersetzt klassische Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse (Primarmultiplex- oder Anlageeinschlüsse), sodass Gespräche nur noch über einen Breitbandanschluss und nicht mehr langer über einen Telefonanschluss geführt werden. Dadurch ist die IP-Telefonie auch mit Ihrer ISDN Telefonanlage möglich. Analoge und ISDN-Telefonanlagen können via SIP-Trunking an das Internet (ans Next Generations Network) und ggf. an einen Cloud-Dienst angebunden werden. 

Vorteile des SIP-Trunkings

Aufgrund der günstigen Verbindungsentgelte der VoIP-Anbieter können hohe Kosteneinsparungen realisiert werden. Tk-Anlagen an weiteren Standorten lassen sich ganz einfach über SIP TK-Anlageeinschlüsse anbinden und online administrieren. Bestehende Rufnummern können zum Provider mitgenommen oder neue Rufnummern bestellt werden. 

Wann sich der Umstieg auf eine VoIP-Telefonanlage lohnt!

Zwar können Sie grundsätzlich auch Ihre ISDN-Telefonanlage weiter betreiben, doch die Wartung dieser Anlagen wird mit der Zeit immer schwieriger, denn die Hersteller stellen die Produktion der erforderlichen Ersatzteile für ISDN-Anschlüsse nach und nach ein. Zudem lassen sich mit einem SIP-TK-Anlagenanschluss nicht alle herkömmlichen ISDN-Funktionen wie “Halten”, “Vermitteln”, “Transfer” oder “Besetzt” nutzen. 

Falls Sie vor der schwierigen Entscheidung stehen, ob Sie Ihre bestehende analoge- oder ISDN-Telefonanlage behalten oder auf eine IP-Telefonanlage umsteigen sollten, kann Ihnen die folgende Auflistung vielleicht ein wenig Klarheit bringen.

Bedenken Sie, dass es auch beim Umstieg auf eine IP-Telefonanlage nicht erforderlich ist, sich eine neue Anlage anzuschaffen. Sie haben auch die Möglichkeit auf eine Cloud-Telefonanlage umzusteigen.

Der Umstieg auf eine VoIP-Telefonanlage ist sinnvoll, wenn Sie eine veraltete Telefonanlage haben. 

Zwar können Sie Ihre Telefonanlage sehr wahrscheinlich mittels SIP-TK-Anlagenanschluss über Ihren Internetanschluss an das Telefonnetz anschließen, jedoch gestattet Ihnen diese Möglichkeit nicht, alle Vorteile des Next Generation Networks zu nutzen. 

Was, wenn die Flexibilität Ihrer jetzigen Telefonanlage zu Wünschen übrig lässt. 

Sie wünschen sich, auch verschiedene Standorte, Niederlassungen im Ausland, Mitarbeiter im Homeoffice oder Ihr Smartphone in die Telefonanlage zu integrieren?

Was, wenn Sie das Ziel haben, Telefonkosten zu sparen, z.B. durch günstige Verbindungsentgelte, bei der Reparatur oder Wartung.

Ihre Unternehmensgründung erst vor Kurzem stattgefunden hat.

Sie möchten höhere Hardwareinvestitionen gerade am Anfang vermeiden und wünschen sich eine Telefonanlage, die flexibel skalierbar ist? 

Mit einer Cloud-Telefonanlage können Sie jederzeit Rufnummern be- oder abbestellen.

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